Spurensuche.1990

Grafik, Fotografie und Malerei aus dem Kunstarchiv Beeskow in der Galerie der Burg Beeskow.
6.10.19 – 1.3.20

09. Dezember 2019

Im Kunstarchiv Beeskow liegt die Gesamtauflage einer Grafikmappe, die 1991 zum 100. Geburtstag Johannes R. Bechers vom Kulturbund herausgegeben werden sollte. Alle Künstlerinnen und Künstler, die 1989 den Auftrag erhalten hatten, ein Blatt oder eine Fotoserie zu Johannes R. Becher zu gestalten, gaben ihre Werke (je 20 Exemplare) zwar 1990 noch beim Kulturbund ab, aber dieser löste sich im Mai des gleichen Jahres auf und die Mappe blieb unveröffentlicht.

Im Herbst 2019 wird diese Grafikmappe unter dem Titel „Spurensuche“ nun erstmals erstmals öffentlich ausgestellt werden. Die Grafiken und Fotografien sind von hoher Qualität und jeweils charakteristisch für die einzelnen Künstler*innen. Zugleich handelt es sich um Zeitdokumente, da sie in einem besonderen historischen Moment entstanden und somit zum Teil explizit politisch konnotiert sind: So verweist z. B. Uwe Pfeifers Becher-Porträt deutlich auf Michael Gorbatschow. Kurt Buchwald dokumentiert in seiner Fotoserie die Performance „Stalin – Die große Säuberung“, welche 1990 beim Kunstfestival im Pariser La Villette stattgefunden hatte. Ursula Strozynski zeigt jene Gefängniszelle, in der Walter Janka – Dramaturg und Leiter des Aufbau-Verlages– in den 1950er Jahren unter Johannes R. Becher als Minister für Kultur wegen „Boykotthetze“ in Einzelhaft gesessen hatte.

Die Mappe umfasst 30 Werke: 14 Grafiken und 4×4 Fotografien. Die Arbeiten stammen von 18 Künstlerinnen und Künstler, die zwischen 1931 und 1954 geboren wurden und heute größtenteils in Berlin, Halle oder Leipzig leben :

Ingo Arnold, Falko Behrendt, Kurt Buchwald , Konstanze Göbel, Ulrich Hachulla, Ingrid Hartmetz, Karl-Georg Hirsch, Joachim John, Horst Peter Meyer, Bernhard Michel, Otto Möhwald, Christine Perthen, Uwe Pfeifer, Volker Pfüller, Thomas Rug, Ursula Strozynski, Ulrich Wüst und Fotis Zaprasis.