Günter de Bruyn – Märkische Schreibwelten

Mit Fug und Recht lässt sich behaupten, dass kaum jemand besser Bescheid wusste über das Brandenburger Land als Günter de Bruyn. 95 Jahre wäre der aus Berlin stammende Schriftsteller in diesem Jahr geworden. Das Frankfurter Kleist-Museum widmet ihm eine sehenswerte, von Dr. Christiane Barz kuratierte Wanderausstellung, die ab dem 18. Juni 2021 in Beeskow Station machen wird.

21. Juni 2021
Günter de Bruyn - Märkische Schreibwelten - Ausstellungsstück

Günter de Bruyn - Märkische Schreibwelten - Ausstellungsstück  © Burg Beeskow

Über 50 Jahre lang lag Günter de Bruyns Refugium in Görsdorf bei Tauche. Von dort aus unternahm er – seinem Berufskollegen Theodor Fontane nicht unähnlich – Bildungsreisen ins Märkische. Was er an seinem Vorgänger zu schätzen wusste – das Wissen um den historischen Ort –, wird offenkundig an Günter de Bruyns Nachlass, der nun vor uns ausgebreitet wird. Dieser Schatz an Briefen, Fotografien, Notizen zeigt, dass der Wahlmärker vieles zugleich war: Romancier und Essayist, Kultur- und Literaturhistoriker, Herausgeber und Chronist.

Neben wohl bekannten Orten wie Kossenblatt, Friedersdorf und Nennhausen interessierte ihn dabei auch das eigene Anwesen an der Blabber: Er schrieb die Geschichte seines Heimatfleckens auf – an dem ihn, wie er sagte, der Luxus reizte, in Ruhe gelassen zu werden. Günter de Bruyn staunte dennoch zeitlebens, wie groß sein Publikum war. Zeuge seiner Arbeit war nicht zuletzt ein zerbeulter Teekessel, der nun als originelles Schaustück Eingang in die Ausstellung gefunden hat.
Die Ausstellung kann bis zum 29. August besichtigt werden. 

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Sonntag, 27. Juni 2021, 19 Uhr: Filmvorführung "Märkische Forschungen" 
Sonntag, 15. August 2021, 19 Uhr: Filmvorführung "Glück im Hinterhaus"