Stefan Hornbach ist Burgschreiber zu Beeskow 2019/20

Stefan Hornbach ist der diesjährige Burgschreiber zu Beeskow. Der 1986 in Speyer, Rheinland-Pfalz, geborene Hornbach studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Neuere deutsche Literatur in München und anschließend Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er trat Anfang Oktober das Stipendium an und arbeitet nun für fünf Monate auf der Burg Beeskow. 

01. Oktober 2019

2015 gewann Hornbach mit seinem Theaterstück „Über meine Leiche“ den Osnabrücker Dramatikerpreis, 2016 folgte eine Einladung zum Heidelberger Stückemarkt und zu den Autorentheatertagen ans Deutsche Theater Berlin, wo es in einer Produktion des Burgtheaters Wien zu sehen war. Es folgten weitere Inszenierungen in Osnabrück, im Burgtheater Wien und am Schauspielhaus Bochum. Heute lebt er in Berlin und arbeitet im Theater- und Filmkollektiv KOLLEKTIV EINS in Leipzig, Chemnitz und Wien.

Die Jury überzeugte er nicht nur mit seinen Theatertexten. Themen wie Herkunft, Kindheit und Jugend setzt Hornbach sprachlich gut gebaut um. Er erreicht mit seinen Texten Menschen unterschiedlicher Generationen, ob im Theater oder im Rahmen szenischer Lesungen.

Während seiner Amtszeit möchte Stefan Hornbach seinem Roman abschließen, mit dem er bereits vor Veröffentlichung auf verschiedenen Ebenen Neugierde geweckt hat. In diesem geht es um Einen, der zurückkehrt an den Ort, aus dem er stammt und dort mit den Geschichten seiner Kindheit und Jugend konfrontiert wird, mit ungelösten Knoten alter Tage.

Die Jury beschrieb seine Texte dicht, emotional, dynamisch und kraftvoll. Hornbach scheut sich nicht vor Umgangssprache in seinen Texten und will einen Blog als Schreibtagebuch, als digitales Notizheft spontaner Einfälle und Gedanken, die mit der Umgebung korrespondieren, verfassen.
Zur Jury gehörten der ehemalige Burgschreiber Sascha Macht, der Verlagsleiter der Verlage Berlin-Brandenburg und Quintus, André Förster, die Kulturjournalisten Stephanie Lubasch und Peter Liebers, Bürgermeister Frank Steffen und Hermine Kühl, Abiturientin des Rouanet-Gymnasiums Beeskow.  

Beworben hatten sich in diesem Jahr insgesamt 16 Autor*innen aus dem deutschsprachigen Raum, davon drei aus Österreich. Erfreulich ist die große Anzahl relativ junger Bewerber*innen. Rund ein Drittel ist nicht wesentlich älter als 30 Jahre. Jeweils mehrere Bewerbungen gab es von Absolventen der beiden Literaturinstitute Leipzig und Hildesheim.